Rotatorenmanschettenriss Wien
Ein Rotatorenmanschettenriss kann sich schleichend entwickeln oder plötzlich nach einem Sturz oder einer anderen Schulterverletzung auftreten.
Typische Beschwerden sind Schmerzen beim Anheben des Arms, nächtliche Schulterschmerzen und ein spürbarer Kraftverlust. Manche Risse verursachen zunächst jedoch nur geringe oder gar keine Beschwerden. Ob eine konservative Therapie ausreicht oder eine Operation sinnvoll ist, hängt nicht allein von der Größe des Risses ab. Entscheidend sind unter anderem die betroffene Sehne, die Ursache der Verletzung, die Gewebequalität, der Kraftverlust sowie die persönlichen Anforderungen an die Schulter.
Priv.-Doz. Dr. Julian Jöstl ist Facharzt für Orthopädie und Traumatologie mit Schwerpunkt Schulterchirurgie und behandelt Rotatorenmanschettenrisse sowohl konservativ als auch operativ.
Nicht jeder Rotatorenmanschettenriss muss operiert werden. Entscheidend ist, welche Behandlung zur Verletzung, zur Schulterfunktion und zu den persönlichen Zielen des Patienten passt.
– Priv.- Doz. Dr. Julian Jöstl, PhD, MSc.
Was ist ein Rotatorenmanschettenriss?
Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen. Sie stabilisiert das Schultergelenk und ermöglicht das Anheben sowie die Drehung des Arms.
Bei einem Rotatorenmanschettenriss – auch Rotatorenmanschettenruptur genannt – sind eine oder mehrere dieser Sehnen teilweise oder vollständig gerissen. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen.
Teilriss: Nur ein Teil der Sehnendicke ist beschädigt.
Vollständiger Riss: Die Sehne ist vollständig durchtrennt. Sind mehrere Sehnen großflächig betroffen, spricht man von einer Massenruptur.
Wie entsteht ein Rotatorenmanschettenriss?
Ein Rotatorenmanschettenriss kann unterschiedliche Ursachen haben. Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen.
Verschleißbedingter Rotatorenmanschettenriss
Viele Risse entstehen langsam durch altersbedingte und degenerative Veränderungen der Sehne. Die Sehnenfasern verlieren mit der Zeit an Belastbarkeit und können schließlich teilweise oder vollständig einreißen.
Wiederholte Überkopfbewegungen, körperliche Arbeit, bestimmte Sportarten und langjährige Fehl- oder Überbelastungen können diesen Prozess begünstigen. Auch Veränderungen im Raum unter dem Schulterdach können die Sehnen zusätzlich reizen. Die Entstehung eines Rotatorenmanschettenrisses ist jedoch meist nicht auf eine einzelne mechanische Ursache zurückzuführen.
Unfallbedingter Rotatorenmanschettenriss
Ein akuter Riss kann unter anderem durch einen Sturz auf den ausgestreckten Arm, ein ruckartiges Abfangen eines schweren Gegenstands oder eine plötzliche Verdrehung der Schulter entstehen. Auch im Rahmen einer Schulterluxation können Sehnen der Rotatorenmanschette verletzt werden.
Bei jüngeren Patientinnen und Patienten stehen häufig Sportverletzungen oder Unfälle im Vordergrund. Bei bereits vorgeschädigten Sehnen kann dagegen auch eine vergleichsweise geringe Belastung einen Riss auslösen.
Symptome eines
Rotatorenmanschettenrisses
Typische Beschwerden sind Schmerzen an der Vorder- oder Außenseite der Schulter, die bis in den Oberarm ausstrahlen können. Sie treten häufig beim Anheben des Arms, bei Überkopfbewegungen, beim Anziehen oder nachts beim Liegen auf der betroffenen Seite auf.
Hinzukommen können Kraftverlust und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Bei größeren Rissen lässt sich der Arm mitunter kaum noch aktiv anheben. Manche Rotatorenmanschettenrisse verursachen jedoch zunächst keine Beschwerden.
Diagnose eines
Rotatorenmanschettenriss
Zu Beginn werden die Beschwerden, ein möglicher Unfallhergang sowie die Anforderungen in Beruf und Sport besprochen. Anschließend prüft der Arzt Beweglichkeit, Kraft und Stabilität der Schulter mit verschiedenen Funktionstests.
Ein Ultraschall kann Risse und einen möglichen Sehnenrückzug sichtbar machen. Röntgenaufnahmen dienen vor allem dazu, knöcherne Veränderungen, Arthrose oder Kalkablagerungen zu erkennen. Im MRT lassen sich Größe und Form des Risses sowie der Zustand der Sehne und der Muskulatur genauer beurteilen.
Verlauf eines
Rotatorenmanschettenriss
Der Verlauf hängt von der Art und Größe des Risses ab. Kleinere Teilrisse können lange stabil bleiben, während andere Verletzungen zu zunehmenden Schmerzen und Kraftverlust führen. Eine konservative Behandlung kann die Beschwerden und die Schulterfunktion verbessern, repariert den Sehnenschaden jedoch nicht immer.
Vor allem vollständige Risse können sich vergrößern. Dabei kann sich die Sehne zurückziehen und die Muskulatur abbauen. Akute unfallbedingte Rotatorenmanschettenrupturen sollten daher zeitnah abgeklärt werden, da eine spätere operative Rekonstruktion schwieriger werden kann.
Behandlung eines Rotatorenmanschettenriss
Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Größe und Lage des Risses sowie nach Beschwerden, Kraftverlust und den persönlichen Anforderungen an die Schulter. Nicht jeder Rotatorenmanschettenriss muss operiert werden. Je nach Befund kommen eine konservative Therapie oder eine operative Rekonstruktion infrage.
Konservative Behandlung
des Rotatorenmanschettenriss
Eine konservative Behandlung eignet sich vor allem bei kleineren oder verschleißbedingten Rissen, bei gut erhaltener Schulterfunktion und wenn nur ein geringer Kraftverlust besteht. Sie kann auch sinnvoll sein, wenn gesundheitliche oder persönliche Gründe gegen eine Operation sprechen.
Im Mittelpunkt stehen Physiotherapie und individuell abgestimmte Übungen. Ziel ist es, die Beweglichkeit zu erhalten oder zu verbessern, die noch intakte Muskulatur zu kräftigen und die Führung des Schulterblatts zu optimieren. Schmerzauslösende Überkopfbewegungen und schwere Belastungen sollten vorübergehend reduziert werden. Eine längere vollständige Ruhigstellung ist meist nicht sinnvoll, da sie die Beweglichkeit zusätzlich einschränken kann.
Bei Bedarf können entzündungshemmende Schmerzmittel die Beschwerden lindern und die Physiotherapie erleichtern. Infiltrationen können kurzfristig helfen, sollten jedoch zurückhaltend eingesetzt werden. Durch die konservative Therapie lassen sich Schmerzen und Schulterfunktion häufig deutlich verbessern. Der bestehende Sehnenriss wird dadurch allerdings nicht immer anatomisch geheilt.
Operative Behandlung
des Rotatorenmanschettenriss
Eine Operation kann insbesondere bei akuten unfallbedingten Rotatorenmanschettenrupturen, deutlichem Kraftverlust oder Schwierigkeiten beim aktiven Anheben des Arms sinnvoll sein. Auch größere oder fortschreitende Risse, Verletzungen bestimmter Sehnen sowie anhaltende Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung können für eine operative Therapie sprechen.
Die Rekonstruktion erfolgt meist minimalinvasiv im Rahmen einer Schulterarthroskopie. Über kleine Hautzugänge werden eine Kamera und feine Instrumente in die Schulter eingebracht. Die gerissene Sehne wird mobilisiert und mithilfe spezieller Fadenanker möglichst spannungsfrei an ihrem ursprünglichen Ansatz am Oberarmknochen befestigt. Begleitende Verletzungen, etwa an der langen Bizepssehne, können während desselben Eingriffs mitbehandelt werden.
Ziel der Operation ist eine stabile Einheilung der Sehne sowie eine möglichst gute Wiederherstellung von Kraft, Beweglichkeit und Schulterfunktion. Ob eine Operation sinnvoll ist, wird nicht allein anhand des MRT-Befunds entschieden, sondern gemeinsam mit dem Patienten auf Basis der Beschwerden, der Untersuchung und der persönlichen Ziele.
Nachbehandlung nach einer Rotatorenmanschettenoperation
Nach der Operation benötigt die wiederbefestigte Sehne mehrere Wochen, um am Knochen einzuheilen. In der ersten Phase wird die Schulter meist für drei bis sechs Wochen mit einer Orthese geschützt. Gleichzeitig beginnen kontrollierte passive Bewegungsübungen nach einem individuellen Nachbehandlungsplan.
Anschließend werden die aktive Beweglichkeit und später die Kraft schrittweise aufgebaut. Eine zu frühe Belastung sollte vermieden werden, da sie das Risiko eines erneuten Risses erhöhen kann. Die Schulter ist im Alltag meist nach einigen Wochen wieder zunehmend belastbar, bis zur vollständigen Wiederherstellung von Kraft und sportlicher Leistungsfähigkeit vergehen jedoch häufig mehrere Monate.
Prognose bei einem
Rotatorenmanschettenriss
Mit einer individuell abgestimmten Behandlung lassen sich Schmerzen und Schulterfunktion häufig deutlich verbessern. Bei einer konservativen Therapie sind regelmäßige Übungen und eine angepasste Belastung entscheidend, damit die verbleibende Muskulatur den Sehnenschaden möglichst gut ausgleichen kann.
Nach einer Operation hängen die Heilungschancen unter anderem von der Größe und dem Alter des Risses, der Sehnenqualität sowie dem Zustand der Muskulatur ab. Kleinere, früh behandelte Risse haben meist günstigere Voraussetzungen als große, länger bestehende Rupturen. Eine konsequente Rehabilitation ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung.
Warum zu Dr. Jöstl bei einem Rotatorenmanschettenriss?
Priv.-Doz. Dr. Julian Jöstl, PhD, MSc, ist Facharzt für Orthopädie und Traumatologie sowie Sportarzt in Wien. Zu seinen Schwerpunkten gehören die konservative und operative Behandlung von Schulterverletzungen und Erkrankungen der Rotatorenmanschette.
Im Mittelpunkt stehen eine genaue Diagnose und eine Therapie, die zum Befund, zum Alltag und zu den persönlichen Zielen des Patienten passt.
Ihre Vorteile:
- spezialisierte Abklärung von Schulterverletzungen
- Beurteilung von Ultraschall-, Röntgen- und MRT-Befunden
- konservative und operative Therapieplanung
- Erfahrung mit arthroskopischer Schulterchirurgie
- sportorthopädische Betreuung
- individuelle Entscheidung statt pauschaler Operationsempfehlung
- Ordination in zentraler Lage in 1090 Wien
Häufige Fragen zur Rotatorenmanschettenriss
Muss jeder Rotatorenmanschettenriss operiert werden?
Nein. Kleinere Teilrisse und manche verschleißbedingten vollständigen Risse können konservativ behandelt werden. Entscheidend sind die Beschwerden, der Kraftverlust, die Rissgröße, die betroffene Sehne und die persönlichen Anforderungen an die Schulter. Ein unauffälliger Riss ohne Beschwerden ist grundsätzlich kein automatischer Grund für eine Operation.
Kann ein Rotatorenmanschettenriss ohne Operation heilen?
Durch Physiotherapie können Schmerzen, Beweglichkeit und Schulterfunktion deutlich verbessert werden. Eine vollständig vom Knochen abgerissene Sehne wächst durch Übungen jedoch nicht zuverlässig wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz fest. Die konservative Therapie zielt daher vor allem darauf ab, Beschwerden zu reduzieren und den Sehnenschaden muskulär auszugleichen.
Was ist der Unterschied zwischen einem Teilriss und einem vollständigen Riss?
Bei einem Teilriss ist nur ein Teil der Sehnendicke beschädigt. Bei einem vollständigen Riss ist die Sehne über ihre gesamte Dicke durchtrennt. Ein vollständiger Riss muss jedoch nicht zwingend die gesamte Breite der Sehne betreffen.
Ist bei einem Rotatorenmanschettenriss immer ein MRT erforderlich?
Nicht in jedem Fall. Eine erfahrene klinische Untersuchung und ein Ultraschall können bereits wichtige Hinweise liefern. Ein MRT ist besonders bei akuten Verletzungen, länger bestehenden Beschwerden, unklaren Befunden und vor einer geplanten Operation sinnvoll.
Wie rasch sollte ein akuter Rotatorenmanschettenriss behandelt werden?
Nach einem Unfall mit plötzlichen Schulterschmerzen und deutlichem Kraftverlust sollte zeitnah eine fachärztliche Untersuchung erfolgen. Akute, rekonstruierbare Risse sollten nicht unnötig lange unbehandelt bleiben, da sich die Sehne zurückziehen und die Muskulatur abbauen kann.
Helfen Kortisoninfiltrationen bei einem Rotatorenmanschettenriss?
Eine einzelne Infiltration kann Schmerzen und Funktion kurzfristig verbessern. Sie repariert den Sehnenriss jedoch nicht. Wiederholte Kortisoninjektionen sollten kritisch beurteilt werden, da sie die Sehnenstruktur beeinträchtigen können.
Ist ein Rotatorenmanschettenriss dasselbe wie ein Schulterimpingement?
Nein. Bei einem Schulterimpingement werden Sehnen und andere Strukturen unter dem Schulterdach gereizt. Ein Rotatorenmanschettenriss bezeichnet dagegen eine tatsächliche Schädigung beziehungsweise Durchtrennung von Sehnenfasern. Beide Erkrankungen können jedoch gleichzeitig auftreten.
Wie lange dauert die Heilung nach einer Rotatorenmanschettenoperation?
Die Sehnenheilung benötigt mehrere Monate. In den ersten Wochen wird die Schulter geschützt und nur kontrolliert bewegt. Danach werden Beweglichkeit und Kraft schrittweise aufgebaut. Die genaue Dauer hängt von der Rissgröße, der betroffenen Sehne und der Stabilität der Rekonstruktion ab.
Wann kann ich nach der Operation wieder Sport treiben?
Die Rückkehr zum Sport erfolgt schrittweise. Voraussetzung sind eine ausreichende Sehnenheilung, gute Beweglichkeit, stabile Schulterführung und wiederhergestellte Kraft. Überkopf-, Wurf- und Kontaktsportarten benötigen eine längere Rehabilitation als leichte Ausdaueraktivitäten.
Was kann passieren, wenn ein Rotatorenmanschettenriss nicht behandelt wird?
Manche Risse bleiben über längere Zeit stabil. Andere können größer werden und zu zunehmendem Kraftverlust, Sehnenrückzug sowie Veränderungen der Schultermuskulatur führen. Deshalb sind regelmäßige Verlaufskontrollen besonders bei vollständigen Rissen sinnvoll.
Ordination in 1090 Wien
Priv.-Doz. Dr. Julian Jöstl untersucht akute und länger bestehende Verletzungen der Rotatorenmanschette in seiner Ordination in 1090 Wien. Vorhandene Röntgen-, Ultraschall- oder MRT-Aufnahmen können in die Beurteilung einbezogen werden. Anschließend wird gemeinsam entschieden, ob eine konservative Behandlung ausreicht oder eine operative Rekonstruktion sinnvoll ist.